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BIWI-Index: Österreichs Top-Managerinnen haben einen vergleichsweise überdurchschnittlichen Einfluss auf die Volkswirtschaft.

Ein im Vergleich zu einigen anderen europäischen Ländern überdurchschnittlicher Einfluss auf die Volkswirtschaft wird Österreichs Top-Managerinnen von einer aktuellen Studie des internationalen Bonitätsdienstleisters Bisnode attestiert. Der Bisnode Index of Women Influence (BIWI) ist ein von Bisnode entwickelter Index, der den Einfluss von weiblichen Top-Führungskräften auf die jeweilige Volkswirtschaft in elf europäischen Ländern – Österreich, Kroatien, Tschechien, Deutschland, Ungarn, Norwegen, Polen, Serbien, Slowakei, Slowenien und der Schweiz – betrachtet.

Vier zentrale Parameter spiegeln im BIWI wider, inwieweit weibliche Führungskräfte die Geschicke von Unternehmen beeinflussen:
> der Anteil von Unternehmen mit weiblichen Eigentümern und/oder Geschäftsführern am Gesamtmarkt (wobei ausschlaggebend für die Wertung als ein Unternehmen, das von Frauen geleitet wird, zumindest ein weiblicher Geschäftsführer oder ein weiblicher Eigentümer ist)
> die Mitarbeiterzahl in Unternehmen mit weiblichen Eigentümern und/oder Geschäftsführern im Vergleich zum Gesamtmarkt
> der Umsatz von Unternehmen mit weiblichen Eigentümern und/oder Geschäftsführern im Vergleich zum Gesamtmarkt
> der Gewinn von Unternehmen mit weiblichen Eigentümern und/oder Geschäftsführern im Vergleich zum Gesamtmarkt

Der durchschnittliche Einfluss von Frauen auf die Volkswirtschaft in den elf untersuchten europäischen Ländern bildet den Basis-BIWI von 100: Länder mit einem BIWI-Wert über 100 zeichnen sich durch einen vergleichsweise größeren Einfluss von Frauen auf die jeweilige Volkswirtschaft aus, während Frauen in Ländern mit einem BIWI-Wert unter 100 einen vergleichsweise geringeren Einfluss auf die Binnenwirtschaft haben.

Österreich: Top-3 im BIWI der untersuchten Volkswirtschaften
Für Österreich weist der BIWI 2018 einen erfreulichen Wert aus, nämlich 106,6. Österreich klassiert sich damit über dem Durchschnitt der untersuchten Länder und ist mit Deutschland, das auf einen BIWI-Wert von 106 kommt, in guter Gesellschaft. Den größten Einfluss der untersuchten Länder haben Frauen in Slowenien mit einem BIWI-Wert von 127,6 und in Ungarn mit einem BIWI-Wert von 124. Deutlich Aufholbedarf hinsichtlich des Einflusses von Frauen auf die Volkswirtschaft haben Tschechien (71,9), Schweiz (78,1), Slowakei (83,3), Norwegen (85,9), Kroatien (89,9) und Serbien (93,2). Einen mehr oder minder durchschnittlichen BIWI-Wert weist Polen mit 98,5 auf.

Betrachtet man die Platzierungen der Länder in den vier Parametern, dann rangiert Österreich stets zwischen den Plätzen 2 und 5:
> der Anteil von Unternehmen mit weiblichen Eigentümern und/oder Geschäftsführern am Gesamtmarkt: Rang 2
> die Mitarbeiterzahl in Unternehmen mit weiblichen Eigentümern und/oder Geschäftsführern: Rang 3
> der Umsatz von Unternehmen mit weiblichen Eigentümern und/oder Geschäftsführern: Rang 2
> der Gewinn von Unternehmen mit weiblichen Eigentümern und/oder Geschäftsführern: Rang 5

Weibliche Führungskräfte wirken sich in Österreich positiv auf den Umsatz aus
„Österreich ist hinsichtlich des Einflusses von weiblichen Top-Managerinnen auf die Volkswirtschaft auf einem grundsätzlich vergleichsweise guten Weg ist“, findet Bisnode-D&B-Austria-Geschäftsführerin Alexandra Vetrovsky-Brychta. „Das verdeutlichen etwa auch einige tiefergehende Detailanalysen der Bisnode-BIWI-Studie.“

> Die generelle Mitarbeiterzahl in Unternehmen mit weiblichen Eigentümern und/oder Geschäftsführern in Österreich ist im Durchschnitt um 7 Prozent höher, als die Mitarbeiterzahl in Unternehmen mit männlichen Eigentümern und/oder Geschäftsführern. In acht der elf untersuchten europäischen Volkswirtschaften ist die Mitarbeiterzahl in Unternehmen mit männlichen Eigentümern und/oder Geschäftsführern höher als die generelle Mitarbeiterzahl in Unternehmen mit weiblichen Eigentümern und/oder Geschäftsführern.

> Der Umsatz in Unternehmen mit weiblichen Eigentümern und/oder Geschäftsführern in Österreich ist im Durchschnitt um 13 Prozent höher, als der Umsatz in Unternehmen mit männlichen Eigentümern und/oder Geschäftsführern. In dieser Detailanalyse ist Österreich sogar die Nummer 1 unter den elf analysierten Volkswirtschaften.

> Der Gewinn in Unternehmen mit weiblichen Eigentümern und/oder Geschäftsführern in Österreich ist hingegen im Durchschnitt um 29 Prozent niedriger als der Umsatz in Unternehmen mit männlichen Eigentümern und/oder Geschäftsführern. Slowenien ist das einzige Land der untersuchten Volkswirtschaften, in dem der durchschnittliche Gewinn in Unternehmen mit weiblichen Eigentümern und/oder Geschäftsführern höher ist, als der Umsatz in Unternehmen mit männlichen Eigentümern und/oder Geschäftsführern – nämlich um 9 Prozent.

Bisnode Österreich geht mit gutem Beispiel voran
Die Österreich-Niederlassung von Bisnode geht hinsichtlich ihres Frauenanteils unter den Mitarbeitern mit gutem Beispiel voran: Zum einen sind 65 Prozent der Belegschaft des Bonitätsdienstleisters weiblich, zum anderen wird das Unternehmen in der Person von Mag. (FH) Alexandra Vetrovsky-Brychta von einer Frau geleitet. Unabhängig davon wird bei Bisnode D&B Austria Diversity groß geschrieben: Fast ein Fünftel der Mitarbeiter – konkret 18 Prozent – wurde im Ausland geboren.

„Ich bin stolz darauf, dass die Frauenquote von Bisnode D&B Austria deutlich höher ist als in den anderen beiden DACH-Ländern und dass wir unseren Mitarbeitern in Österreich flexible Arbeitszeitmodelle bieten: Homeworking und Teilzeitmodelle, um Familie und Aus- und Weiterbildung in Einklang mit dem Beruf zu bringen, sind bei uns gelebte Unternehmenskultur – bei Männern, wie auch bei Frauen und in jeder Altersgruppe“, betont Vertrovsky-Brychta. „Für Bisnode zählt der Mensch und sein Know-How, das er in das Unternehmen einbringt und nicht sein Geschlecht, sein Alter oder seine Herkunft.“ Das dies keine leeren Worte sind, dafür ist Vertrovsky-Brychta selbst das beste Beispiel: „Bisnode hat sich im Frühherbst vergangenen Jahres im Rahmen des Auswahlverfahrens für mich als Managing Director entschieden, obwohl ich guter Hoffnung war und diesen Umstand offen kommuniziert habe. In vielen anderen Unternehmen wäre die Schwangerschaft einer neu einzustellenden Führungskraft ein Knock-out-Kriterium gewesen. Für die Konzernleitung von Bisnode war das kein Thema. Das hat mich sehr beeindruckt und von der Bisnode-Wertewelt überzeugt.“

4.4.2018, Autor: Paul Christian Jezek / paul.jezek@lex-press.at