Das Familienunternehmen EVVA hat sich zu einem global bedeutenden Hersteller von mechanischen und elektronischen Schließsystemen entwickelt.

Nomen est omen: Angefangen hat es bei der Erfindungs-Versuchs-Verwertungs-Anstalt (EVVA) vor fast einem Jahrhundert mit vielen Ideen und dem Tatendrang zur Umsetzung. 1919 haben sich drei Ingenieure zu einem Start-up – wie man heute sagen bzw. schreiben würde – zusammengetan.

1937 erhielt EVVA für ein Zylinderhangschloss das erste Patent und ebnete damit den Weg in die Sicherheitstechnik. „Ein weiteres Erfolgsbeispiel und zugleich ein wichtiger Meilenstein für unsere Expansion war die Erfindung und Patentierung der mechanischen Systeme GPI und MCS vor mittlerweile vier Jahrzehnten“, berichtet Executive Vice President Johann Notbauer im Lexpress-Gespräch. „Diese sind bis heute von enormer Bedeutung für die Entwicklung der Sicherheitsbranche bei den mechanischen Systemen.“

Traditionell innovativ
Neben dem aus mehreren Gründen einzigartigen Hauptstandort (der im wahrsten Wortsinn „gewachsen“ ist) am Wienerberg existieren mittlerweile zehn Niederlassungen in Europa und ein Netzwerk von mehr als 1.000 Elektronik- und Mechanik-Vertriebspartnern.

Die Evva-Schließsysteme gibt es inzwischen rund um den Globus – z.B. auf dem Kreuzfahrtschiff Queen Mary, in der Oper in Kopenhagen, im neuen Juventus-Stadion in Turin und natürlich auch im Stephansdom.

AirKey vereint Sicherheit und Userfreundlichkeit. (c)EVVA

Ein gutes Beispiel für den manchmal unkonventionellen Zugang zu neuen Lösungen und Geschäftsmodellen ist AirKey, eine Innovation aus dem Jahr 2014, die bis heute in puncto Sicherheit, Funktionalität und Smartphone-Kompatibilität unverändert singulär ist. „Der Ausgangspunkt für diese wegweisende Innovation war die Vision eines Mitarbeiters“, erinnert sich Bereichsleiter Martin Kernthaler. „Die darauf folgende Entwicklungsarbeit erfolgte dann von einem eigens abgestellten Team an unserem Firmenhauptsitz.“

Maßgeschneiderte Angebote

Xesar 3.0 wurde groß gedacht und nun noch größer umgesetzt. (c)EVVA

Mit Xesar 3.0 wurde vor etwas mehr als einem Monat auf der Weltleitmesse Security Essen eine komplett neue Systemarchitektur dieses vielfältigen Schließsystems präsentiert. „War das System ursprünglich auf den Einzelplatzbetrieb kleinerer Objekte ausgelegt, wurden wir im Zuge der erfolgreichen Marktbearbeitung immer öfter mit der Aufgabenstellung großer Objektlösungen mit Mehrnutzerbetrieb konfrontiert“, berichtet Notbauer.

Für Xesar wie auch für AirKey wird mit KeyCredits auch ein innovativer Vermarktungsansatz umgesetzt. „Bei beiden entstehen wie in der Mechanik-Welt nur dann Kosten, wenn eine neue Zugriffsberechtigung ausgestellt, also ein neuer Schlüssel benötigt wird“, erklärt Notbauer. Inzwischen offeriert Evva auch pay-per-use sowie Flatrate-Modelle und damit ein je nach Kundenanforderung maßgeschneidertes Angebot.

Sichere Innovationen
Nachdem Integration ein großes Thema bleibt, wird Evva seine mechanischen und elektronischen Zutrittssysteme noch stärker integrieren, um optimale Lösungen aus beiden Welten zu entwickeln – auch auf der Prozessebene im Sinne kundenorientierter Möglichkeiten der Projektierung und Bestellung.

Weiters wird Evva mit Daten in verschiedensten Bereichen und Umgebungen entsprechende Mehrwerte erforschen und realisieren. „Mit AirKey kann man schon heute Ortsdaten erfassen und mit der Send a Key-Funktion nutzerorientiert verwerten“, kann sich Notbauer noch zahlreiche weitere Szenarien für vorhandenes Datenmaterial vorstellen. „Eine künftige Weiterentwicklung könnte z.B. die Anbindung von airbnb-Daten oder auch die Integration von Wetter- und Bewegungsdaten mit Zutrittsdaten sein.“

Daten & Fakten
Nach (beinahe) einem Jahrhundert
• Jährlich werden rund 700 t Material verarbeitet.
• Zwei Mio. Sicherheitszylinder und 600 Mio. Einzelteile werden pro Jahr gefertigt.
• 375 t Späne, die bei der Produktion anfallen, werden zu 100% recycelt.
• Evva liefert in bereits mehr als 50 Länder weltweit.
• 460 Mitarbeiter im Headquarter, 750 in Europa.

7.1.2019, Autor: Paul Christian Jezek / paul.jezek@lex-press.at